Archiv der Kategorie: Landkreis Calw

Ebhausen-Wenden

Tag der offenen Tür oder was?

wenden-tuere-offenEs geschehen noch Zeichen und Wunder. Ich komme mit dem Motorrad in Ebhausen-Wenden an und fotografiere das schöne Backhaus. Plötzlich ruft mir jemand zu: „Sie können reingehen, die Türe ist offen“. Hab ich natürlich nicht geglaubt. Also hin zur Türe und die konnte ich wirklich öffnen. Ein absoluter Glücksfall. Wann hab ich schon mal „Tag der offenen Türe“ !!

Das Backhaus von Wenden ist aus Sandstein erbaut und teilweise verputzt. Es vermittelt einen sehr gepflegten Eindruck. Die Einwohner von Wenden halten ihr Backhaus bestens in Schuss – das bezeugen auch die Blumenkübel an den Fenstern.

wenden-breitseite

Der blöde Strommast und die Straßenlaterne „zerstören“ etwas das Bild. Aber das gehört dazu. Die moderne Technik fordert ihren Tribut – wenn auch nur im „verhunzen meines Bildes“.

wenden-frontIm Backhaus selbst ist der eigentliche Backofen hinter der linken Türe.  Ein schönes Teil mit einer ordentlichen Esse für den Rauchabzug. So was sieht man selten.

wenden-ofen

Die obere (vermutlich) gusseiserne Tafel trägt das Jahr 1997. Das dürfte das Jahr der Renovierung gewesen sein. Der kettenbetriebene Schieber zum Ofen trägt zwar keine Jahreszahl aber die Aufschrift des Herstellers: „Karl Drück – Hoflieferant – Winnenden“. Leider liefert mir das Internet keinerlei Daten zum Hersteller. Also hab ich das Rathaus von Winnenden angemailt und Antwort erhalten. Die Firma Drück in Winnenden gab es wirklich.

drueck(mein Dank an Fr. Krebs vom Winnender Rathaus)

Auf jeden Fall sind Ofentüren, die per Kettenzug/Umlenkrolle mit Gegengewicht nach oben öffnen sehr selten – fast ein Unikat. Üblich sind rechts angeschlagene Ofentüren. Also wieder etwas entdeckt, das die Anfahrt mehr als gelohnt hat.

Im Raum hinter der rechten Türe stehen noch zwei Elektrobacköfen. Vermutlich den diversen Festivitäten im Ort geschuldet.

 

Die Geodaten:

N 48.37234  E 8.39413

Ebhausen-Wöllhausen

Eine kleine Motorradtour mit meinem Motorrad-Navi brachte mich nach Wöllhausen, einem Ortsteil von Ebhausen. Durch Zufall hatte ich diese „Backhausquelle“ entdeckt -wie so oft Berichte von Feuerwehr- oder Dorf-Hocketen. Und so bin ich im Ziegelweg in Wöllhausen gelandet.

Und da stand es – und ich hin und weg. Ein Backhaus wie aus dem Ei gepellt mit geschnitzten Giebeln.

wollhausen-frontwollhausen-giebelSo was hab ich nocht nicht gesehen. Es ist das erste Backhaus auf meiner Website, das geschnitzte Giebelseiten hat. Die Front- und Rückseite aus massivem Buntsandstein, die Giebelseiten jeweils in Fachwerkbauweise. Das Backhaus ist wirklich top gepflegt – selbst Vorhänge in den kleinen Fenstern – unnütz aber schön. Auch die Blumen an den Fenstern. Das macht was her -und es mir schwer ins Innere des Backhauses zu blicken. Mit etwas Glück fand ich ein Fenster an dem der Vorhang etwas höher hing und ich die Chance hatte in das Innere zu blicken.

wollhausen-ofenDie Digicam sieht zwar nur einen Ofen. Es sind aber zwei. Der ganz links war nur schemenhaft zu sehen und die Digicam hat dank des Vorhanges diesen nicht ablichten können. Es läuft halt nicht immer alles nach Plan.

 

Die Geodaten:

N 48.372343  E 8.39413

Wildberg-Gültlingen

Der Hammer – dieser Ausspruch ist mir „entfahren“ als ich das Backhaus in Gültlingen, einem Ortsteil der Stadt Wildberg erblickt habe.

gueltlingen1Ein Sahnestückchen. Herausgeputzt, aufgemöbelt – einfach schön dieser Buntsandsteinbau.  Der Kamin aus Edelstahl stört zwar den Gesamteindruck, ist aber heutiger Technik geschuldet.

gueltlingen2Das haben sich die Gültlinger bzw. Wildberger was kosten lassen. So sauber renovierte Backhäuser sehe ich selten. Und dann die Lage mit viel Platz drum herum – optimal für die Backhaushocketen. Besser geht es nicht.

Das Gültlinger Backhaus muss laut Inschrift in der Backstube im Jahre 1862 erbaut worden sein. Es hat einen holzbefeuerten Ofen sowie einen neu eingebrachten Elektrobackofen der Marke Häussler – den man vielfach in neu renovierten Backhäusern findet.

gueltlingen-ofen

In einem Türsturz aus Sandstein befindet sich eine Angabe, die mir bisher schleierhaft bleibt. Hier hoffe ich auf die Hilfe der Stadt Wildberg bzw. auf die Hilfe der Gültlinger.

Das Datum lautet auf das Jahr 1609 und die gekreuzten Hämmer deuten eigentlich auf Bergbau. Das wie eine Rune aussehende Zeichen unter den Hämmern deutet aber eindeutig auf einen Steinmetz – sofern man es um 180 Grad dreht.

Fakt ist aber, dass es 1609 noch keine öffentlichen Backhäuser gab. Es muss also früher ein Waschhaus o.ä. gewesen sein und man hat ein Backhaus dann später angebaut. Oder dieser Stein gehörte ursprünglich zu einem anderen Gebäude. Das war in selbiger Zeit nicht ungewöhnlich. Man hat verbaut was man bekommen konnte.

backhaus-gueltlingen-tuersturz

Übrigens: Die Antwort auf meine Anfrage im Wildberger Rathaus steht immer noch aus. Daher bisher keine Lösung.

Die Geodaten:  N 48.385440  E 8.462782

Althengstett

Gott befohlen – so liegt das Althengstetter Backhaus hinter der Markuskirche in deren Kirchenmauer integriert.

althengstett1Es hat daher auch die Adresse Kirchgasse 8.  Die Fundamente aus Sandstein, genau so wie die Fenstereinfassungen. Die Bausweise ist eher schlicht und zweckgebunden.

althengstett2Diese Bauweise findet man sehr oft und alles deutet darauf hin, dass das Backhaus ehemals Waschhaus war.

Ein Blick durch die verschlossenen Fenster offenbart was die zwei Kamine schon andeuten, nämlich dass zwei Holzbacköfen eingebaut sind.

althengstett-innenLeider hat ein vor den Öfen stehender Backwagen den Blick deutlich getrübt.

Geodaten:  N 48. 43216  E 8. 47388

Calw-Altburg

Eigentlich gehört Calw noch zum Heckengäu obwohl die Calwer selbst lieber „Schlehengäu“ hören. Wir hier in der Gegend sagen daher ganz pragmatisch „Hecken-Beerles-Gäu“.

Beim Stadtteil Altburg jedoch kann man sich streiten. Altburg liegt geografisch schon im Nordschwarzwald – ganz oben auf dem Berg. Seis drum.

linieUnscheinbar, fast nicht zu finden – aber wunderschön.

Calw-Altburg1Es ist das private Backhaus eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens, das heute Calwer Bauernmuseum ist.

Link:  http://www.calw.de/Bauernhausmuseum

Es ist eines der vielen Backhäuser, die zu landwirtschaftlichen Höfen gehörten.  Die damaligen Küchen waren nicht ausgelegt für Backtätigkeiten und so wurde – sofern man ein reicher Bauer war – das eigene kleine Backhaus errichtet.

Je weiter man in den Schwarzwald kommt, desto häufiger findet man diese kleinen zu einem Gehöft gehörenden Backhäuser. Im südlichen Schwarzwald hat jeder große, alte Hof sein Backhaus.

Calw-AltburgBacken war ausgegliedert aus der Küche. Die war schließlich für kochen und räuchern da. Und wer es sich leisten konnte und auch in Ermangelung eines öffentlichen Backhauses wurde eben das eigene kleine Backhaus gebaut. Hier wurde alle paar Tage frisches Brot gebacken – konservieren durch einfrieren war damals eben nicht möglich.

Geodaten:  N 48. 43335  E 8. 42291