Archiv der Kategorie: Landkreis Böblingen

Herrenberg-Kuppingen

Auf großem Fuß bzw. hoch gebaut.

So steht das Backhaus des Herrenberger Ortsteils Kuppingen in der Hemmlingstraße da. Ungewöhnlich – sehr ungewöhnlich. Backhäuser sind meist ebenerdig gebaut. Nicht das in Kuppingen.

kupp-front

Eigentlich kenne ich diese Bauweise mit hohem Eingang nur aus Orten, wo ein Bach neben dem Backhaus läuft und immer die Gefahr des Hochwassers bestand (z.B. das Altdorfer Backhaus unterhalb der Kirche – direkt an der Würm). Hier läuft aber keinerlei Gewässer und ich frage mich, wieso, weshalb? Keine Ahnung. Niemand konnte mir da weiterhelfen. Sei’s drum.

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Es steht noch ganz stolz da. Aber es ist nicht zu verheimlichen, dass die Sandsteine des Bauwerks massiv gelitten haben und weiter leiden. Da wäre m.E. eine Sanierung dringlichst angeraten. Aber wie überall wird der Gemeinde das nötige Kleingeld fehlen.

 

Es war nicht leicht herauszubekommen wieviele Öfen eingebaut sind. Die hohe Bauweise mit Treppe hat mich in der Sicht ins Innere massiv behindert. Ohne Leiter geht da nichts. Trotzdem hab ichs geschafft am Geländer der Treppe hängend mit der Digicam ins Innere zu schauen. Die Cam hats gesehen – meine Augen nicht (die Sonne hat massiv gespiegelt).

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Es sind zwei Öfen verbaut. Und so wie es aussieht werden die auch kräftig benutzt.

Was mich erstaunte war das Edelstahlrohr im alten Kamin. Dies ist eigentlich ein Zeichen, dass neuere Öfen eingebaut wurden, die ein völlig anderes „Zugverhalten“ haben. Man mußte vermutlich den Querschnitt herabsetzen damit nicht die ganze Hitze der Öfen „flöten geht“ bzw. das alte Kamin nicht „versottet“ (nass wird und verfault).

 

Die Geodaten:   N 48. 36 759   E 8. 50 533

Herrenberg-Affstätt

Klein aber fein.

Schön steht es da, mitten an der Ortsdurchfahrt von Affstätt – einem Teilort der Stadt Herrenberg.

Backhaus Affstätt
Backhaus Affstätt

Es ist etwas in die Jahre gekommen. Trotzdem hat es seinen eigenen Charme. Dass es optisch leiden mußte geht schon aus dem Baujahr hervor, das in Stein gemeiselt über der Eingangstüre prangt.

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Einen Blick ins Innere konnte ich leider nur durch ein mit Maschendraht „verkleidetes“ Fenster erhaschen.

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Man sieht ganz deutlich, dass zwei Öfen verbaut sind. Warum die Ofentüren offen stehen bleibt wohl das Geheimnis der Person, die das Backhaus betreut.

Die Geodaten:  N 48. 36 438   E 8. 50 533

Herrenberg-Oberjesingen

Na also – geht doch !

Ich war vor fast genau einem Jahr schon in Oberjesingen beim Backhaus in der Hägisstraße. Leider war es damals angerüstet. Beim heutigen Besuch war das Gerüst glücklicherweise weg.

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Sauber steht es da das Backhaus von Oberjesingen – einem Stadtteil von Herrenberg. Die „Frischzellen-Kur“ scheint dem Backhaus gut getan zu haben. Aber warum man die schönen Sandsteine der Ecken weiß gestrichen hat wird mir nicht ersichtlich. Das passt wie die sprichwörtliche „Faust auf’s Auge“. Na ja – über Geschmack soll man nicht streiten.

Das Backhaus ist der rechte Teil des Gesamtgebäudes, der linke Teil scheint eine alte Schmiede zu sein. Jedenfalls konnte ich die Esse der Schmiede deutlich erkennen.

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Das Backhaus hat einen Baustil, den man häufig antrifft. Typisch die Sandsteinquader an den Ecken und die große Türe im Giebel. Ein genaues Baujahr war nicht auszumachen – dem Baustil nach aber schätze ich so plus/minus 1870.

Es war dieses mal wirklich schwer etwas im Backhaus selbst zu erkennen. Die Sonne stand ungünstig und die Scheiben hätten dringend einen Frühjahrsputz nötig.

Trotzdem: Meine Digi-Cam erkennt zwei Backöfen. Einen großen und einen kleineren rechts im Bild.

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Meine Augen haben den zweiten (rechts) kleineren Ofen nicht richtig erkannt. Die Kamera und Bildretusche lassen aber deutlich zwei Öfen erkennen. Warum aber der rechte kleinere Ofen eingebaut wurde muss ich erst herausbekommen. Das wäre nämlich sehr ungewöhnlich. Wenn zwei Öfen verbaut sind, dann normalerweise zwei der gleichen Größe.

 

Die Geodaten:  N 48.62502  E 8.83660

Weil i.Sch.-Neuweiler

Mitten im Ortsteil Neuweiler – einer Teilgemeinde von Weil im Schönbuch – liegt das alte Backhaus direkt an der Durchgangsstraße und genau gegenüber des alten Neuweiler Rathauses. Es ist ein Backhaus wie man es oft antrifft, unten massive Sandsteinquader und der obere Teil in Fachwerkbauweise. Auch die Türe im Giebel ist bei dieser Bauweise typisch.

neuweiler1Die Neuweiler Bürger haben das kleine und schöne Backhaus recht gut in Schuss gehalten. Erbaut wurde es 1870 wie man an der eingemeiselten Jahreszahl im Türsturz sehen kann.

Leider hat das „Ambiente“ um das Backhaus etwas gelitten. Die früher hinter dem Backhaus stehenden Gemäuer mußten Neubauten weichen und links neben dem Backhaus steht ein potthässlicher großer Carport aus Stahl. Ich habe daher die Bilder bewußt so geschossen dass man dieses Stahlungetüm nicht sieht.

neuweiler2Die angebrachte Tafel belegt das Baujahr und beschreibt, dass das Backhaus 1979 innen von der Freiwilligen Feuerwehr renoviert wurde. Im Jahre 1988 wurde der einzige Backofen erneuert.

neuweiler-innenDer Blick der Digicam durch das doppeltverglaste Fenter belegt, dass es nur einen Ofen gibt, der im hinteren Teil des Backhauses verbaut ist. Leider hatte ich bei der Aufnahme durch das geschlossene Fenster die Sonne im Rücken – daher die Spiegelungen.

Die Geodaten:  N 48. 38244  E 9. 03371

Renningen-Malmsheim

Schön steht es da. Und ich war echt „baff“ als ich das Malmsheimer Backhaus erblickt habe. So etwas ist mir bisher nicht  begegnet. Das Backhaus ist ein „Backhaus mit Wohnteil“ – so die Bezeichnung der Malmsheimer Gemeinde.

malmsheim1Der vordere Teil Wohnhaus, der hintere Teil Backhaus. Aber schmuck kommt das Fachwerkhaus daher – einfach schön anzuschauen.

Gebacken wird anscheinend recht häufig.

malmsheim2Der rußgeschwärzte Tür- und Fenstersturz  jedenfalls lassen erahnen, dass hier häufiger ein Feuer zum heizen der Öfen entfacht wird.

Laut Gemeinde soll hier bis in 19. Jahrhundert ein „Profi“ gebacken haben. Dies würde erklären warum es sich um die Kombination „Wohn-/Backhaus“ handelt. Vorne gewohnt, hinten gebacken. Es war bis Ende der 1960er Jahre durchaus üblich, dass der ortsansässige Bäcker so manche privaten Backwaren ausgebacken hat – Dienstleistung schon damals – der Ofen wurde auch schon in grauer Vorzeit angeheizt und Lohnbäckerei war bestimmt ein gutes Zubrot – angeheizt war angeheizt. Und die Gemeinde dürfte das Anwesen erworben und zum öffentlichen Backhaus gemacht haben.

Dass es heute ein öffentliches Backhaus ist bezeugen die beiden eingebauten Öfen.

malmsheim-oefenWie oft sieht die Digicam durch das geschlossene dreckige Fenster mehr als meine Augen – 2 Öfen klar und deutlich.

Das „Backhaus mit Wohnteil“ steht hinter der mächtigen Malmsheimer Kirche und direkt beim alten Rathaus. Die Gebäude zusammen bilden einen wunderschönen Anblick.  Absolut sehenswert.

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Die Geodaten:  N 48.46303  E 8.54133

PS.: Natürlich war ich auch in der Zentralgemeinde Renningen am Backhaus, das auch wie oft üblich hinter der Kirche steht. Ich habe es nicht abgelichtet – es lohnt nicht. Zu unscheinbar und nicht erwähnenswert.