Brot backen – nicht einfach

Es soll nicht damit getan sein, dass ich alte Backhäuser ablichte und dokumentiere. Ich möchte damit auch die Leistung der Menschen würdigen, die in diesen Häusern Brot und Kucken backen.

Das backen von Brot in diesen Backhäusern ist eine Kunst. Nur noch wenige Mitbürgerinnen beherrschen diese Kunst. Es geht darum den richtigen Teig zu machen, ihn entsprechend „gehen“ zu lassen. Dann die Herstellung der Rohlaibe – in gemehlte Schilfkörbe in richtiger Menge eingelegt.  Das alles sind Fähigkeiten der erfahrenen Bäckerinnen – ich weiß das von der Patentante meiner Mutter, der ich sehr oft zugesehen habe und die mir einiges erklärt hat. Das ist eine Wissenschaft für sich.

Danach das anheizen des Backofens mittels Reisig. Man braucht Geduld bis die ca. 300°C erreicht sind. Erfahrene Backfrauen erkennen das daran, dass sich an der Backofenoberfläche keine schwarzen Flecken mehr befinden.

Danach aus dem Ofen mittel der sog. Kruck die Glut und Asche entfernen. Dann mittels Besen oder Lappen an der Kruck die Asche auswischen.

Dann wird eingeschossen mittels des Schiebers. Wie das alles geht, das habe ich auf Youtube gefunden. Hier die Links zu den Videos – klasse gemacht:

 

(Urheber der Videos sind mir nicht bekannt)

Und wenn das Brot schon fast fertig war wurde es aus dem Ofen genommen und mit Wasser benetzt. Das gibt einen schönen Glanz.

So -und wenn jetzt 2-3 Frauen gleichzeitig backen weil man dann nur einmal anheizen muss? Wem gehört welches Brot?

Die Bäckerinnen waren nicht blöd. Man hat entweder ein „Muster“ auf den Laib gemacht oder einfach 1-2 Reisigstückchen in den Laib gesteckt – und jede wußte, das ist mein Brotlaib.

brotmuster(Quelle des Bildes: Google – Urheber unbekannt)

Und nach den Brotlaiben kamen dann die Zwiebel-, Kartoffel-, Zwetschen- und was- weiß-ich-Kuchen dran. Dann war die Ofentemperatur so weit gefallen, dass man problemlos diese Kuchen backen konnte – in Schwarzblech-Blechen natürlich.